Von der Angst.

Fanny ist meine liebste Freundin aus Kindheitstagen. Wir waren schon befreundet, bevor wir gemeinsam in die gleiche Grundschulklasse eingeschult wurden, was unsere Freundschaft noch einmal vertiefte. Unsere Wege sind in den nächsten 25 Jahren immer mal wieder etwas auseinander gegangen, doch jedes Mal haben wir aneinander festgehalten und somit unsere Freundschaft stets aufrecht erhalten – auch wenn wir in vielen Dingen so unterschiedlich sind.

Schon als Kinder träumten wir von einer eigenen Familie, mit Ehemann und zwei, drei, vier Kindern und spielten in unserer kleinen Traumwelt Tag für Tag, Woche für Woche.

Mittlerweile sind wir beide verheiratet, ich habe zwei kleine Jungs bekommen, Fanny hat noch keine Kinder. Und genau das ist das Problem.

Fannys Mann Ralf  ist zwanzig Jahre älter als meine beste Freundin – das ist fast eine ganze Generation. Natürlich hat es viel Gerede und einige Probleme gegeben, als die beiden ihre Liebe öffentlich machten, aber darum geht es heute nicht. Ralf ist fünfzig Jahre alt und kinderlos; und seit heute weiß Fanny, dass er anscheinend auch nicht vor hat, daran etwas zu ändern. Fanny, meine Freundin, die schon als kleines Mädchen davon träumte, eines Tages eine eigene Familie zu haben, mit Kindern, deren Namen schon seit Jahren feststanden; Fanny, ein absoluter Familienmensch, ohne Kinder einfach undenkbar; Fanny, die aus Rücksicht auf andere Menschen sich immer hinten anstellt und nun merkt, wohin diese Selbstaufgabe führen kann. Das Problem ist hausgemacht. Fanny und Ralf haben 2012 geheiratet, nachdem sie bereits neun Jahre zusammen waren. Doch über ihre Vorstellungen vom Leben, insbesondere im Hinblick auf die Familiengründung, haben sie nie gesprochen – einfach NIE. So haben die beiden geheiratet, ohne zu wissen, in welche Richtung die Reise gehen würde. Fanny hat dies aus Angst getan. Aus Angst, dass Ralf ihr eröffnen würde, dass er keine Kinder haben möchte. Sie hätte nicht gewusst, welche Entscheidung sie getroffen hätte, wenn sie dies vor der Hochzeit gewusst hätte. So hoffte und hoffte sie; hoffte, dass Ralf von sich aus das Thema ansprechen würde; sie hoffte, dass Ralf ihr eröffnen würde, wie sehr er sich eigene Kinder wünscht; sie hoffte, dass sie um eine Entscheidung herum kommen würde. Doch Ralf sprach nicht über Kinder und so heirateten die beiden, ohne dass Fanny ihrem Bald-Ehemann erklärt hätte, wie wichtig ihr eigene Kinder sind.

Nach über einem Jahr hat sie sich nun getraut und Ralf von ihrem mittlerweile übermächtigen Kinderwunsch erzählt. Und er hat eigene Kinder abgelehnt.

Wie kann es passieren, dass wir aus lauter Angst vor Ablehnung wichtige, wenn nicht sogar grundsätzliche Themen nicht ansprechen? Und das nicht nur im Beruf oder im Alltag, sondern sogar in der eigenen Familie, in der eigenen Ehe oder Beziehung? Angst lähmt und macht unser Leben weniger lebenswert; aus lauter Angst verpassen wir das Leben an sich. Und ist es richtig, sich selbst aufzugeben? Den absolut größten Lebenstraum aufzugeben für Harmonie? Ist es die richtige Beziehung, wenn ich dafür meinen allergrößten Herzenswunsch aufgeben muss? Passen zwei Menschen dann wirklich zusammen? Ist das Leben ohne Kinder lebenswert, wenn es für einen selbst keinen größeren Wunsch gibt, als mehrere Kinder zu haben? Und wie kann das Leben aussehen, wenn man sich zwar diesen Wunsch erfüllen möchte, dafür aber die Liebe seines Lebens aufgeben müsste?

Ich kenne die Antworten nicht. Und Fanny ist gerade dabei, sie herauszufinden. Wie sehr wünsche ich ihr, dass sie die für sich richtige Antwort findet und diese dann mit aller Konsequenz lebt – wie auch immer ihr Leben dann aussieht.

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Frage-Foto-Freitag.

Immer wieder gern?

Ein kinder- (und ehemann-) freier Tag. Nicht dass hier ein falscher Eindruck entsteht – das ist mein erster freier Tag seit… mhh… sechs Monaten. Wo bitte ist mein guter Vorsatz hin, mir nicht von meinen Kindern das Leben diktieren zu lassen?

Immer Samstags?

Kaffee&Kuchen

A pro pos von Kindern das Leben diktieren lassen. Kaffee gibt’s hier jeden Tag, nicht nur Samstags, so viel Zeit muss sein. Und Kuchen am Vormittag gibt’s eigentlich nie, sondern nur zur kinderfreundlichen Nachmittagszeit – also in unserem Kinder-bedingten festen Tagesablauf zwischen 12 Uhr warmen Mittagessen und 18 Uhr Abendbrot. Und selbst das nur seeehr selten. Eigentlich passt dieses Bild also gar nicht zur Frage. Aber da heute ein Feiertag ist – es ist viertel nach 11 und ich hau mir ein (zwei, drei…) Stücke Kuchen – mit Sahne! – rein, und das in absoluter Stille! – kann ich euch dieses Fest einfach nicht vorenthalten. In meinen Träumen passiert das schließlich immer samstags!

Immer wieder schön?

SATCImmer ’ne gute Idee?

ShowerEinfach immer?

Ehering

Alle anderen FFF-Beiträge findet ihr wie immer bei Steffi.

Dieses Blog-Ding – ein Zwischenstand.

Nach 14 Tagen dieses Blog-Dings wird es Zeit für ein erstes kleines Zwischenfazit. Es fühlt sich gut, das Schreiben. Auch wenn es durch mein 100er-Ziel derzeit noch mehr um Quantität als um Qualität geht, so bringt es mich doch dazu, den Blog zu einem Teil meiner täglichen Routine, zu einem Teil meines Lebens zu machen. Außerdem kristallisiert sich für mich schon langsam heraus, wie mein Blog aussehen soll – und zwar sowohl wörtlich als auch im übertragenen Sinn. Manches macht mir Spaß, anderes weniger, das habe ich in den letzten zwei Wochen gemerkt und das bringt mich meinem Blog ein riesiges Stück näher.

Ein Grund dafür, dass ich so lange gezögert habe, einen Blog zu schreiben, ist, dass ich den eigentlichen Sinn des Bloggens lange Zeit in Frage gestellt habe. Was ist das Bloggen? Selbstdarstellung? Geltungsbedürfnis? Voyeurismus? Lange habe ich gehadert, insbesondere da ich ja als Lehrerin arbeite. Wieviel gebe ich von mir Preis? Was, wenn meine Schüler diesen Blog lesen? Oder ihre Eltern? Doch letztendlich habe ich gemerkt, dass dies hier einfach mein kleiner Teil des Internets sein kann. So, wie ich ihn möchte. So anonym wie nötig, so offen wie möglich. Ich weiß, dass meine Geschichten anderen Menschen helfen können, einen neuen Blickwinkel eröffnen, eine Auseinandersetzung ermöglichen. Doch ich habe in diesen letzten 14 Tagen auch gemerkt, dass es dabei für mich wichtig ist, bedeutungsvollen Inhalt zu verfassen; Qualität statt Quantität. Keine Angst, es gibt jetzt nicht nur noch bedeutungsschwere Beiträge! Ganz im Gegenteil, eine gesunde Mischung machts. Aber ich möchte euch mehr teilhaben lassen an dem, was eigentlich in mir steckt, was ich zu erzählen, zu sagen habe.

Mein Ziel ist es weiterhin, die 100 vollzumachen. Aber ich gebe mir mehr Zeit. Ich merke, dass es mit zwei kleinen Kindern nicht so einfach ist, jeden Tag Zeit zu finden, zu schreiben. Und so möchte ich auf der einen Seite mich nicht zu sehr unter Druck setzen, jeden Tag einen Post verfassen zu „müssen“, mich auf der anderen Seite aber dazu motivieren, immer wieder Zeit zu finden, ehrlich zu schreiben. Denn das ist der Grund für diesen Blog: das Schreiben. Begleitet mich! It’s gonna be a wild ride!

Ein Wochenende in… Hannover.

Das letzte Wochenende habe ich mit meiner besten Freundin aus Kindheitstagen verbracht. Sie ist im letzten Jahr 30 geworden und als Geschenk durfte sie sich aussuchen, welcher Stadt wir einen Wochenendbesuch abstatten. Als die Auswahl auf Hannover fiel, musste ich erst einmal schlucken; schließlich ist Hannover nicht gerade ein Hotspot deutscher Großstädte. Außerdem erinnerte ich mich an meine Zeit als Reiseleiterin vor dem Studium, in der ich regelmäßig vollbesetzte Busse volltrunkener Menschen zur Brauhaus-Party nach Hannover kutschierte…

Mit meinem Kleinen an Bord sind wir so richtig schön auf Touri-Art entlang der roten Linie durch die Stadt gebummelt, haben uns treiben lassen und so wirklich wunderschöne Plätze entdeckt.

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David hat vor lauter Begeisterung über den ganzen Trubel sein Abendfläschchen vergessen, ließ sich durch die Weltgeschichte tragen und war dermaßen genügsam,  dass wir noch verhältismäßig lange unterwegs waren. Sogar ein Weinchen an der Hotelbar war noch drin – dann allerdings mit schlafendem Kind auf dem Zimmer und Babyphone auf dem Tisch.

Sonntag war es immerhin schon sieben als der kleine Herr nicht mehr schlafen wollte (wann genau hat sich meine Reaktion zu um 7 Uhr aufstehen von „puh, ist das früh“ zu „wow, heute mal richtig lange!“ verändert??). Nach dem Frühstück haben wir dann noch den halben Tag in den Herrenhäuser Gärten verbracht und die Sonne genossen.

Hannover2

Jede Stadt hat eben ihre schönen Seiten – man muss sich nur die Mühe machen, sie zu entdecken.