Back to work.

Nach mehr als einem halben Jahr kehre ich im September zurück an meine alte Schule. Und ich freu mich drauf! Kurz vor den Ferien habe ich den Kollegen heute einen Besuch abgestattet, um ein bisschen zu schnacken, einen Kaffee zu trinken und schonmal ein wenig Material in Form von ranzigen Schulbüchern zu besorgen. Das Erstaunen bei einigen Kollegen war groß, als ich berichtete, dass ich nicht (wie wahrscheinlich von den meisten erwartet) ein Jahr zu Hause bleiben würde, sondern, ganz im Gegenteil, mit einer 60%-Stelle nach den Ferien meinen Dienst wieder aufnehme. Ich hätte mir gleich ein Schild mit Titel „Rabenmutter“ umhängen können. Warum muss ich mich eigentlich rechtfertigen, wenn ich meinen Beruf, in den ich zahlreiche Jahre Zeit und Aufwand investiert habe, ausüben möchte, obwohl ich zwei Kinder habe? Warum muss ich mich dafür rechtfertigen, dass mein Mann noch im Referendariat ist und ich diejenige im Moment bin, die das Geld nach Hause bringt? Warum muss ich mich erklären, dass wir uns während meines Referendariats und dem Studium meines Mannes für unseren ersten Sohn entschieden haben? Und zwei Jahre darauf für den zweiten Sohn? Warum sieht niemand die Liebe zum Beruf, das Engagement für meine eigene Klassen, meinen Wunsch nach Selbstverwirklichung und Aufstieg – nicht trotz sondern wegen der Kinder? Die Kinder sind auch nicht glücklicher oder zufriedener mit einer miesgelaunten Mami, die ihr eigenes Leben völlig auf gibt.

Dass ich ab Januar wieder mehr als eine 2/3-Stelle habe, habe ich den Kollegen übrigens noch nicht verraten.

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